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Historischer Abriss der Vereinsentwicklung

Vorlauf

1994/95: Studenten der TU Dresden wollten den vom Universitätsrechenzentrum (URZ) bereitgestellten Zugang zum Internet auch in den Wohnheimen nutzen. Erste BNC-Hausnetze (Kabelverbindung ähnlich dem Antennenkabel) wurden eingerichtet und mit damals sagenhaften 2 Mbit/s mittels Funkkarten versorgt. Diese Karten waren um ein Vielfaches größer und teurer als die heutigen.

1996: Das Studentenwerk erstellte eine Konzeption, um langfristig alle Wohnheime mittels Glasfaser über die Telekom zu versorgen. Als Prämisse wurden dabei max. 20,- DM pro Nutzer als Kosten angesetzt. Die Geschwindigkeit sollte bei ca. 10 Mbit/s im Studentenzimmer liegen sowie einer Anbindung des Hausnetzes mit 100 Mbit/s. An einigen Stellen konnte die Glasfaserverbindung nicht realisiert werden, so dass man sich auf Funk- bzw. Laser-Anbindungen orientierte. Alle anderen Alternativen hätten den Finanzrahmen gesprengt.

1997/98: Mit Unterstützung des Fraunhoferinstitutes und der Firma HCT wurden die ersten Funk- und Laserlinkanbindungen in Dresden und Görlitz konzipiert und gebaut.

Gründung

Die Freiberger Straße 8 ist der Geburtsort des FBN.
Die Freiberger Straße 8 ist der Geburtsort des FBN.

Eberhard Mittag, der später den FBN gründete, erhielt 1998 einen der ersten 1000 privaten ISDN-Anschlüsse in Dresden. Nach Rücksprache mit der Firma HCT entstand die Idee, probeweise eine Funkanbindung vom Studentenwerk auf die Freiberger Straße 8 zu installieren. Da dies in einem Hochhaus mit 40 Familien nicht verborgen bleibt und das Internet insgesamt damals in aller Munde war, suchten die Bewohner des Hauses gemeinsam nach einer Lösung, um mehr als nur einen Rechner anschließen zu können. Sie bauten gemeinsam ein Intranet für die Freiberger Str. 8 und schlossen sich mit insgesamt acht Rechnern an. Die angebotene Flatrate der Telekom war dort gut nutzbar, nur eine Volumenabrechnung war auf Dauer nicht finanzierbar. Da sich die technische Entwicklung aber fortsetzte, kam eine volumenunabhängige T-DSL Flatrate später hinzu.

Um das Ganze auch juristisch abzusichern und nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen, beschlossen die Hausbewohner einen Verein zu gründen. Sie stießen dabei auf die Bürgernetze mit ihrem bayerischen Ursprung. Mit einer sich daran orientierenden Satzung und den entsprechenden Anträgen gründeten elf Internetbegeisterte am 28. Juni 1999 den "Förderverein Bürgernetz Dresden e.V." (FBN).

Durch Mundpropaganda sprach sich die gemeinsame Nutzung eines Intranets und der Zugang zum INTERNET auch im Freundeskreis herum. So baute der Verein neben der Freiberger Str. 8 als Accesspoint schnell zwei, drei weitere Funkanbindungspunkte auf, um bis zum Dohnaer Platz und zur Fröbelstraße zu gelangen. Die Anzahl der Vereinsmitglieder wuchs dabei kontinuierlich mit, blieb aber familiär überschaubar.

Der Verein wächst

Im Jahr 2000 begann die große DSL-Offensive der Telekom. Mehrere tausend Anschlüsse sollten in Dresden eingerichtet werden. Der FBN war von Anfang an dabei, ließ eine zweite und dritte Anbindung für den Verein freischalten. Immer mehr Bürger wollten dem Verein beitreten, da das DSL-Angebot nicht flächendeckend in der sächsischen Landeshauptstadt nutzbar war und ist (bedingt durch Glasfaser-Opal-Netze). So wuchs der Verein weiter: Auch aus dem Wohnheim ausgezogene Studenten, die eine Familie gegründet hatten oder sich einfach im Leben auf eigene Füße stellen wollten, suchten eine Alternative und fanden sie über den Verein. Parallel begannen die Mitglieder, ein reges Vereinsleben aufzubauen und zu gestalten. Sie organisierten gemeinsame Veranstaltungen rund um die Bildung mit neuen Medien oder gingen einfach nur gemeinsam wandern. Seit dem ersten Jahr bietet der FBN zudem regelmäßige Schulungen zu Funknetzen an.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bandbreitenanforderung und räumlichen Ausdehnung des Vereinsnetzes mietete das Bürgernetz Standorte vom Studentenwerk, den Wohnungsbaugesellschaften und auch privaten Eigentümern an, um die Infrastruktur des Vereins weiter auszubauen.

Am 28. Juni 2004 wurde das Vereinszentrum des FBN in Dresden offiziell eingeweiht und einige Tage später mit einem Hausfest für alle Mitglieder, Neugierige und Interessenten eröffnet.
In den darauf folgenden Jahren wurden weiterhin Vereinszentren in Radebeul, Freital, Klipphausen (linkselbische Täler) und Schönfeld eingerichtet.

Weiterer Netzausbau

Insgesamt können wir feststellen, in dreizehn Jahren mit über 1230 Vereinsmitgliedern und mehr als 130 Accesspoints in den Stadtgebieten von Dresden, Freital, Radebeul, Coswig und Klipphausen eines der größten privaten Funknetze in Deutschland aufgebaut zu haben. Seit dem 01.06.2012 sichert die Verbrauchergemeinschaft Bürgernetz Dresden e.G. den Netzbetrieb und bietet über das WLAN-Netz einen Internetzugang an. Die VG Bürgernetz arbeitet zusammen mit uns am weiteren Ausbau des Backbone (das Rückgrat einer Telekommunikationsinfrastruktur) im Stadtgebiet von Dresden und an neuen Standorten in den umliegenden Gemeinden.

Weitere Aufgaben

Weiterhin versuchen wir, über eine aktive Mitarbeit im Dachverband der Bürgernetze e.V. sowie der Initiative D21 direkten Einfluss auf die Gestaltung einer digitalen Zukunft für uns, unsere Kinder und Enkel zu nehmen. Der Vorstand und die Mitglieder des FBN hoffen, dass sich die eingeschlagene Entwicklung weiter fortsetzt und noch mehr Bürger den Weg zu uns finden. Bürger, die etwas mehr über das Netz der Netze - das INTERNET - wissen möchten und auch "Macher" sein wollen, d.h. ihren persönlichen Beitrag leisten wollen, sind uns immer herzlich willkommen.