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Zugang per Richtfunk

in Sächsische Zeitung vom 07.12.2000

Netz für Allgemeinheit

"Ein paar Studenten, ein paar Schüler und ein paar Rentner", erläutert der Vorsitzende Eberhard Mittag, "bilden den gemeinnützigen Förderverein Bürgernetz Dresden e.V." Ziel sei es, "Internet zu einem Preis zu bieten, den auch Studenten bezahlen können."

Das Prinzip ist denkbar einfach. Der Verein bestellt bei T-Online einen DSL-Anschluss und teilt diesen auf die Mitglieder auf. Derzeit sind 40 Personen angeschlossen. Werden es zu viele und es kommt zu Lasteinbrüchen, kann ein zweiter Hauptanschluss bestellt werden.

Die Verteilung der Daten erfolgt auf verschiedenen Wegen. Etwa 20 Nutzer wohnen in der Freiberger Straße 8, wo der Hauptrechner installiert ist. Alle anderen Vereinsmitglieder haben ihr Domizil im Umkreis von zwei Kilometern. Die Daten erhalten sie per Richtfunk. Dazu braucht jeder Empfänger einen ausgemusterten Rechenknecht mit Funkkarte. Die Anschaffungskosten können recht hoch sein, aber Bastler dürften sich schnell eine Lösung zusammenlöten.

Alternative zum teuren Internetzugang

Der Verein basiert auf Nachbarschaftshilfe. "Wir sind kein kommerzieller Provider. Mit Spaß und Freude wollen wir eine Alternative zum teuren Internetzugang bieten", beschreibt Mittag die Idee des Vereins. Besonders wichtig sei die gegenseitige Unterstützung. Wenn der Monitor eines Mitglieds nur noch Zeichensalat anzeigt, können die Informatikstudenten des Vereins jederzeit weiterhelfen. Technisch weniger Versierte kümmern sich dafür um andere Belange.

Eine Erweiterung des Angebots ist jederzeit möglich. Wer jedoch weit entfernt der Freiberger Straße in den Genuss des Angebots kommen will, muss schon einen eigenen Netzknoten installieren. (nob)