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WLAN-Party der anderen Art für Radebeuler Funk-Fans

Von Birgit Andert in Dresdner Neueste Nachrichten, Ausgabe Radebeul, Coswig, Weinböhla vom 15.02.2005

Für eine WLAN-Party der anderen Art hat Bürgernetz-Vereinsmitglied und Landesbühnen-Sänger Stephan Liebich am Sonnabend sein Musikzimmer zur Verfügung gestellt. Etwa 30 interessierte Radebeuler und zehn Vereinsmitglieder tummelten sich im Laufe des T
Für eine WLAN-Party der anderen Art hat Bürgernetz-Vereinsmitglied und Landesbühnen-Sänger Stephan Liebich am Sonnabend sein Musikzimmer zur Verfügung gestellt. Etwa 30 interessierte Radebeuler und zehn Vereinsmitglieder tummelten sich im Laufe des Tages um den langen Holztisch.

Förderverein Bürgernetz Dresden informierte in gemütlicher Runde / Bisher 81 Radebeuler am Internet-Funk

Radebeul. Als Bernd Schöne mit seiner Frau am Sonnabend das Musikzimmer von Stephan Liebich betritt, bleibt er unschlüssig an der Tür stehen. An dem langgestreckten Holztisch sind ein Dutzend Menschen versammelt, die Köpfe über Laptops geneigt, sie greifen in die Tasten, starren auf den Bildschirm, stecken ein Kabel von hier nach da, richten eine Antenne aus, lächeln, wenden sich an ihren Nachbarn, erklären. "Kann ich helfen?", kommt Sebastian dem Ehepaar entgegen, das auf diese Frage nur gewartet hat. "Wir interessieren uns für WLAN", erklärt Bernd Schöne mutig, "aber wir wissen nicht so richtig, wie das funktioniert."

Diese Antwort klingt wie Musik in Sebastians Ohren, denn zum Erklären sind er und seine Mitstreiter gekommen. Seit vergangenem Oktober betreibt der Förderverein Bürgernetz Dresden hier auf dem Wasserturm einen so genannten Hotspot, der Funksignale für schnelle Internetverbindungen abgibt und empfängt.

Gerade in Radebeul, wo Glasfaserkabel in vielen Stadtteilen eine DSL-Verbindung unmöglich machen, bietet das drahtlose Funknetz (Wireless Local Area Network - WLAN) eine attraktive Alternative zum langsamen Internet über ISDN - bisher haben sich 81 Radebeuler für diese Art des Internetzugangs entschieden.

Freie Sicht auf den Wasserturm und wunderbare Messwerte: Mit einer Antenne empfängt Sebastian in der Wohnung von Bernd Schöne ein ausreichend starkes Funksignal für WLAN.
Freie Sicht auf den Wasserturm und wunderbare Messwerte: Mit einer Antenne empfängt Sebastian in der Wohnung von Bernd Schöne ein ausreichend starkes Funksignal für WLAN.

"Der Wissenstand unserer Mitglieder und Interessenten über das drahtlose Internet ist unterschiedlich hoch", erklärt Ulrich Horn, stellvertretender Vereinsvorsitzender, einen Grund für die WLAN-Party. "Wir wollen zeigen, wie die Technik funktioniert und verfolgen damit ein Hauptziel unseres Fördervereins: Internetbildung für alle, um die digitale Kluft in der Gesellschaft abzubauen."

Lernen im praktischen Sinn ist also angesagt - und auf dem Weg dahin scheuen die Vereinsmitglieder keine Mühen. Als Bernd Schöne nach der Vorraussetzung für einen drahtlosen Internet-Zugang fragt, packen Sebastian und Christoph bereits ein kleines Köfferchen mit Antenne, Kabel und Laptop zusammen. "Wir müssen wissen, wie stark das Funksignal vom Wasserturm und das Umgebungsrauschen beim potenziellen Nutzer sind", sagt Christoph. In der Wohnung von Bernd Schöne macht bereits der unverstellte Blick auf den Wasserturm aus dem Bodenfenster Hoffnung. Und in der Tat bestätigen die Messdaten: Hier ist WLAN kein Problem.

Ausgestattet mit dem Anmeldeformular für die Vereinsmitgliedschaft und gar nicht mehr unschlüssig verabschiedet sich das Ehepaar Schöne eine Stunde später von den Funk-Fans, die ihre Köpfe wieder über die Laptops neigen und im Laufe dieses Tages etwa 30 interessierten Radebeulern Rat und Hilfe geben.

Kontakt:
Förderverein Bürgernetz Dresden e.V., Telefon: 0351/4903700
Anmeldeformulare für die Sektion Radebeul unter www.fbn-dd.de

Stichwort WLAN

"WLAN" steht für "Wireless Local Area Network" und ist eine Technik, Computer untereinander und - bei Bedarf - mit dem Internet zu verbinden. Notwendig dafür ist je ein WLAN-Adapter mit eingebauter Antenne pro angeschlossenem Rechner. Für anspruchsvollere Netzwerke mit Internetanschluss ist zudem eine Sende-Empfangs-Zentrale ("Access Point" oder "Hotspot") erforderlich. Je nach Netz-Standard senden WLANs zum Beispiel auf 2,4 Gigahertz und können bis zu elf Millionen Bits je Sekunde (Mbs) übertragen - dies ist der Standard "IEE 802.11b" - oder bis zu 54 Mbs ("IEE 802.11g"). Solche WLANs sind besonders in Gegenden beliebt, in denen die Telekom keine schnellen DSL-Internetanschlüsse per Telefonkabel anbietet.