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Schule drückt im Internet auf die Tube

Von Domokos Szabó in Sächsische Zeitung, Ausgabe Freital vom 10.01.2006

Datenautobahn. In der Versorgung mit schnellen DSL-Internetanschlüssen klaffen in Freital Löcher. Doch es gibt Alternativen.

Das Berufschulzentrum Freital schaltet jetzt auf der Datenautobahn gleich mehrere Gange höher. Seit einigen Wochen haben die Rechner der Bildungsstätte den superschnellen Internetanschluss DSL. "Eine positive Sache", freut sich Schulleiter Bernd Mätzler. Schließlich gibt es an seiner Einrichtung kaum eine Ausbildungsrichtung, die nicht mit Informatik in Berührung kommt.

Vor diesem Hintergrund ist es eher verwunderlich, warum DSL so lange auf sich warten ließ. "Weil die Telekom technische Schwierigkeiten hat", sagt der Schulleiter. Lange behalf sich deshalb die Bildungsstätte mit parallel geschalteten ISDN-Leitungen - eine Notlösung, weil damit das DSL-Tempo nicht mal annähernd erreicht wird.

Zur Hilfe kam die Freitaler Sektion des Fördervereins Bürgemetz Dresden. Das Bürgernetz ist ein auf Medien-Bildung spezialisierter Verein und betreibt selber ein Funknetzwerk. Interessenten können sich über Basisstationen (Access Points) anschließen. "Wir betreiben davon 25 in Freital, Antennen stehen in Potschappel, Burgk, Birkigt, Weißig, Hainsberg und auf dem Sauberg", sagt Sektionschef Winfried Droll.

Wichtig ist dabei, dass der Interessent sich in Sichtweite einer Bürgernetz-Antenne befindet. Denn nur in diesem Fall funktioniert die schnelle DSL-Verbindung. Mittlerweile profitieren 180 Vereinsmitglieder von diesem WLAN-Netz.

Viele davon haben bei der Telekom vergebens angeklopft. DSL über feste Leitung ist in Freital nicht Überall verfügbar. Der Branchenriese gibt dazu keine detaillierte Auskunft. T Com-Pressesprecherin Diana Saupe verweist lediglich auf die notwendige Prüfung des einzelnen Telefonanschlusses. Diese kann jeder im Internet unter www.t-com.de vornehmen.

Das Bundeswirtschaftsministerium indes bescheinigt Freital eine 95-prozentige Versorgung, nur ein Zipfel von Somsdorf und Pesterwitz bleiben außen vor. Doch der Bürgernetzwerker Winfried Droll zweifelt an diesen Angaben. "Nach meinen Kenntnissen funktioniert T-DSL nur in Deuben und in Teilen von Zauckerode gut. Weiße Flecken gibt es unter anderem in Potschappel, Hainsberg und Burgk", sagt der 54-Jährige. Er geht davon aus, dass unterm Strich mehr als die Hälfte des Stadtgebietes unversorgt bleibt. Für diesen Fall bietet die Telekom DSL über Satellit an - mit entsprechenden Aufschlägen.

Eine weitere Alternative ist Droll zufolge UMTS. Auch UMTS läuft über Funk. Nur ist das Netz noch nicht überall ausgebaut. Vodafone zum Beispiel hat sich bislang in erster Linie auf die Wohngebiete links und rechts der Dresdner Straße konzentriert. Hinzu kommt der im Vergleich hohe Preis. Allerdings gibt es auch Spartarife, weiß Winfried Droll. Vodafone zum Beispiel bietet UMTS für zu Hause an. Wird die Karte in den eigenen vier Wänden eingesetzt, gibt es Nachlässe.

Mit den kommerziellen Anbietern will sich das Bürgernetz nicht vergleichen. "Uns macht Spaß, neue Wege zu beschreiten und neue Techniken auszuprobieren", sagt Droll. Wer mehr über den Verein erfahren möchte, ist am morgigen Donnerstag im BSZ Freital willkommen. Ab 17 Uhr findet dort eine Informationsveranstaltung statt.

www.zukunft-breitband.de, www.fbn-ftl.de, www.t-com.de

DSL, Alternativen und Kosten

  • Der Branchenriese Telekom bietet den einfachsten DSL-Anschluss für 49,95 Euro (Bereitstellungspreis) an. Monatlich sind 16,99 Euro zuzahlen. Unbegrenztes Surfen kostet zusätzlich 9,95 Euro monatlich. Bei freenet sind dagegen 4,90 Euro zu löhnen.
  • Wo DSL über feste Leitung nicht möglich ist, empfiehlt die Telekom DSL über Satellit. Die Zusatzkosten betragen 99 Euro (Bereitstellung) bzw. 19,90 Euro monatlich. Inbegriffen ist eine Datenmenge von 600 MB.
  • Das Bürgernetz verlangt einen Aufnahmebeitrag von 90 Euro (45 Euro ermäßigt), der Mitgliedsbeitrag beträgt monatlich 10 Euro.
  • UMTS von Vodafone kostet 29,95 monatlich im Tarif "Vodafone zu Hause web" (Bereitstellung kostenfrei). Inklusive sind 60 Online-Minuten oder 5000 MB. Damit die Freitaler dieses Angebot testen können, gewährt Vodafone ein Sonderkündigungsrecht von zwei Monaten. Zu buchen im Vodafone Shop im Burgker Real-Markt.
  • Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Antenne auf dem BSZ Freital
Knut Morgenstern, Informatiklehrer am BSZ Freital, schaut sich die DSL-Antenne auf dem Dach des Hauses an. Die Anlage ist nötig, damit die Schule sich ins Freitaler Bürgernetz einwählen kann.