Sie sind hier: Startseite / Aktuelles / Presseschau / Radebeuler Firmen ärgern sich über lahmes Internet

Radebeuler Firmen ärgern sich über lahmes Internet

Von Heiko Weckbrodt in Dresdner Neueste Nachrichten vom 04.08.2004

Nun soll WLAN-Funk vom Wasserturm helfen

Aus vielen Betrieben sind Internet und elektronische Post nicht mehr wegzudenken. Je beliebter E-Mail & Co. werden, um so größer sind aber auch die Datenmengen, die das Telefonetz zu bewältigen hat. Wer da keinen schnellen Internetzugang wie ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) hat, ist schnell hintenan gegenüber der Konkurrenz. Das haben auch viele Radebeuler Unternehmen gemerkt. Denn große Teile der Lößnitzstadt haben Glasfaser-Telefonleitungen und damit ist - im Gegensatz zum alten Kupferkabel - kein ADSL möglich.

"Ein schneller Internetzugang ist in der Medienbranche unbedingt notwendig", erklärt beispielsweise Andreas Zetzsche, Chef von "Lößnitzdruck". Und sein technischer Mitarbeiter René Obst sagt: "Etwa 50 Prozent aller Druckaufträge kommen heutzutage per Fernübertragung und dabei handelt es sich nicht gerade um kleine Datenpakete. Um die Kunden nicht zu verärgern, rufe ich die Daten inzwischen schon von zu Hause ab, weil ich dort ADSL habe, in der Firma aber nicht."

Ähnlich sieht das Burghard Meißner, ebenfalls Drucker in Radebeul: "Wir sind auf schnellen Datenaustausch angewiesen. Dutzende Megabyte per Telefonleitung herunterzulanden ist sehr zeitaufwändig." Und das Unternehmen "Web-Weiber-Design", das professionell Internetseiten gestaltet, musste nach eigenen Angaben sogar den Firmensitz von Radebeul nach Dresden verlagern, um an einen DSL-Anschluss zu kommen.

"Das Problem ist uns bekannt", kommentiert dies der 1. Bürgermeister von Radebeul, Jörg Müller (parteilos). Die Stadtverwaltung habe die Wünsche der Unternehmerschaft der Telekom vorgetragen, unter anderem im Rahmen des Wirtschaftsforums. "Wir dringen zum Beispiel darauf, dass die Telekom die technischen Vorraussetzugen für DSL schafft, wenn wir ein Gewerbegebiet wie etwa Naundorf ausbauen. Aber wir können dem Unternehmen natürlich nichts vorschreiben."

Vom "Rosa Telefon-Riesen" ist so schnell auch keine generelle Abhilfe in Sicht. Zwar hat die Telekom ein Ausbau-Programm gegestartet, das mit einer speziellen Opalnetz-Technik doch noch DSL in glasfaserverkabelte sächsische Gemeinden zaubern soll. Dieses Projekt ist bis 2008 angelegt. Radebeul steht nach DNN-Informationen allerdings nicht ganz vorn auf der Liste.

Alternativen sind dennoch in Sicht: Die noch junge WLAN-Technik (steht für "Wireless Lokal Area Network"), die schnelle Internetverbindungen per Funk ermöglicht, soll demnächst auch in Radebeul Fuß fassen. Das Bürgernetz Dresden will dazu einen WLAN-Empfänger und -Sender, einen so genannten "Hotspot" auf dem Wasserturm installieren. Dieser könnte große Teile der Stadt mit "Internet-Funk" versorgen. Die Stadtverwaltung hat dafür laut Bürgermeister Müller bereits ihren Segen erteilt. Allerdings sind noch weitere Genehmigungen einzuholen und die Verhandlungen des Bürgernetz-Vereins zum Beispiel mit Mobilfunkbetreibern noch nicht ganz abgeschlossen.