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Coswig: Ins Internet über den Kirchturm?

Von Torsten Oelsner in Sächsische Zeitung, Ausgabe Dresdner & Meißner Land vom 21.10.2005

Verbindung. Ein Dresdner Verein könnte den schnellen Web-Zugang über Antenne möglich machen.

Gerüst an der Coswiger Kirche
Der eingerüstete Kirchturm in Coswig. Hier konnte nach dem Wunsch der Bürgernetzaktivisten eine Internetantenne angebracht werden.

Coswigs Surfer stehen schon seit Jahren auf dem sprichwörtlichen Schlauch. Trotz großer Ankündigungen von Telekom und Kabelnetzbetreibern müssen sie sich beim Surfen, was die Geschwindigkeit angeht, hinten anstellen. DSL und Flatrate - Fehlanzeige.

Nun nahmen bereits vor einiger Zeit Dresdner Bürger das Ganze in die eigenen Hände und gründeten einen Bürgernetzverein. Sie machten es ihren Mitgliedern möglich, sich über Funk an einem zentralen Einwahlknoten einzuwählen, ab dem der schnelle Zugang funktioniert. Nach der Ausdehnung auf Radebeul soll das jetzt auch in Coswig möglich sein. Coswiger profitieren davon, sofern sie freien Blick auf den Radebeuler Wasserturm haben. Ein weiterer Einwahlknoten, Hot Spot genannt, befindet sich auf dem Balkon von Rathausmltarbeiter Gerd Fehre im Wohngebiet Dresdner Straße. Darüber hinaus noch einer in der Innenstadt.

Online für 10 Euro pro Monat

Dass gerade die Coswiger Kirche bis zur Spitze eingerüstet ist, ließ eine weitere Idee reifen. Warum nicht Internet über die Kirchturmspitze? dachten die Netzaktivisten. Mit einem Umsetzer auf dem Turm ließe sich im Umkreis von zwei Kilometern alles problemlos mit dem schnellen Internet versorgen. Wer weiter weg wohnt, braucht nur eine etwas feinere Antenne. "Mit einer Monatsgebühr von zehn Euro pro Monat kann man 24 Stunden am Tag online bleiben", sagt Netzaktivist Stephan Liebig aus Radebeul. Hinzu käme lediglich die einmalige Aufnahmegebühr von 90 Furo.

Coswigs Pfarrer Ullrich Schuster, Hausherr der Kirche, steht der Sache noch "skeptisch" gegenüber. "Aus theologischen Gründen verbietet sich eine Antenne auf dem Kirchturm", sagt er. "Also wir werden es nicht zulassen, dass da irgendwelche Parabolspiegel angebracht werden."

Wenn überhaupt, könne er sich allenfalls eine Variante mit einer versteckten und quasi unsichtbaren Antenne vorstellen. Darüber könne man reden. Doch vorher müsse der Kirchenbau-Ausschuss noch über den Fall beraten.

Internet über das Bürgernetz

  • Wer kann mitmachen? Mitglieder des Fördervereins Bürgernetz Dresden. Der Mitgliedsbeitrag für Privatpersonen beträgt 10 Euro / Monat.
  • Was wird gebraucht? Eine W-Lan-Karte für den Computer (ca. 50 bis 250 Euro) oder eventuell eine externe Antenne. Außerdem braucht man bisher Sichtkontakt zum Wasserturm in Radebeul.
  • Wie nimmt man Kontakt auf? Über www.fbn-dd.de.