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Brockwitz kommt ins schnelle Netz

Von Torsten Oelsner in Sächsische Zeitung, Ausgabe Dresden Land vom 18.12.2007

Im Gespräch ist eine Richtfunkverbindung von Coswig-Mitte bis ins Dorf. Einwohner können für 10 Euro mit DSL surfen.

Weil es bei der Telekom aller Voraussicht nach noch eine Frage von Jahren ist, bis flächendeckend DSL angeboten wird, kümmern sich inzwischen immer mehr Bürger in den Gemeinden selbst. Der Coswiger Ortsteil Brockwitz ist der nächste Fleck auf der Landkarte, wo man nicht länger warten, sondern endlich schnell surfen will.

Kirchturm nicht hoch genug

  • Die Brockwitzer Kirche war als Antennenstandort im Gespräch.
    Die Brockwitzer Kirche war als Antennenstandort im Gespräch.
  • Ein möglicher Standort wäre das Haus neben der Bäckerei Sachse
    Ein möglicher Standort wäre das Haus neben der Bäckerei Sachse

Hier setzt man auf eine Verbindung zum Dresdner Bürgernetz. Der Verein tritt quasi als Netzbetreiber auf und hat sich bereits von der Landeshauptstadt bis nach Coswig vorgearbeitet. In Coswig ist es Gerd Fehre, der ehrenamtlich als Ansprechpartner fungiert. Die Verbindung basiert auf der Richtfunktechnologie, was eine optische Verbindung zwischen den einzelnen Umsetzer-Stationen des DSL-Signals erforderlich macht.

In Brockwitz kam man deshalb zunächst auf den Turm der alten Barockkirche. Anders als vorher in Coswig bei der Peter-Pauls-Kirche stieß diese Idee nicht auf Vorbehalte. Pfarrer Matthias Quentin unterstützte das Vorhaben. Doch wider Erwarten, war der Kirchturm bei näherem Betrachten doch nicht der geeignete Standort. „Wir werden den Empfänger woanders montieren“, sagt Gerd Fehre. Im Gespräch waren das Haus neben der Bäckerei Sachse oder ein Standort auf der Auer Straße in Höhe der Autowerkstatt Cipa.

Von da gab es eine erstklassige Sichtverbindung zu einem Coswiger Hochhaus auf der Radebeuler Straße und von da weiter zum Radebeuler Wasserturm, von wo die Dresdner Funkstrecke kommt.

Mitglieder gern gesehen

Auf der Informationsveranstaltung im Oktober hätten sich schon 15 Leute bereit erklärt, mitzumachen, so Fehre. Und das sei ganz einfach. Zehn Euro kostet die Mitgliedschaft im Dresdner Bürgernetzverein. Dafür bekomme man sofort einen Zugang zum schnellen Netz. Die nötige Hardware wie einen W-Lan-Router müsse sich jeder selbst besorgen.

„Aber das ist nicht mehr so teuer, so ein Gerät kostet um die 50 Euro“, sagt Fehre. Und mit der Kündigungsfrist von drei Monaten wäre man schneller wieder aus der Sache draußen als bei kommerziellen Anbietern, wo man meist einen Zwei-Jahres-Vertrag eingehen muss. In Radebeul sind immer montags Ansprechpartner der Geschäftsstelle des Vereins und Vereinsmitglieder mit technischen Kenntnissen anwesend.

  • Das Vereinsbüro befindet sich in der Kötitzer Straße 6. Öffnungszeiten sind immer montags von 17 bis 19 Uhr. Termine können jederzeit über Tel. 0163 / 15 79 465 (auch AB) oder E-Mail: vzcora@fbn-dd.de vereinbart werden.